Verdi - Otello - Jago
"Was für ein Credo! Wenn Jan Zinkler als Jago nach und nach die Verkleidungen der Zivilisation ablegt und kreatürlich nackt sein zynisches Bekenntnis zum Nichts hervorschleudert, wirkt er wie ein archaischer Dämon. Mit dem Messer bringt er sich blutende Wunden bei und drückt in dieser Selbstverstümmelung seine Verachtung aus für alles, was lebt. Die Szene, von Zinkler mit großartig auftrumpfendem Bariton und immer wieder hintergründig zurückgenommenem Ton gestaltet, ist funkelnder Mittelpunkt in Kerstin Maria Pöhlers schlüssiger Inszenierung von Verdis "Otello" am Staatstheater Braunschweig." Braunschweiger Zeitung 20.05.2006
Nicht nur in der Darstellung, sondern auch in der stimmlichen Intensität seines farbenreichen Baritons ist Jan Zinkler als Jago ein Menschen verachtender Dämon, der Gott nur als "zynischen Komödianten" begreift. Ein Rollenportrait wie es eindrucksvoller kaum sein könnte. Cellesche Zeitung 20.05.2006
Mit Jan Zinkler hatte man einen sehr eleganten Jago gewinnen können, der die für diese Partie noch fehlenden dunklen Stimmfarben mühelos durch brillante Phrasierung wettmachen konnte, dazu gesellte sich eine hervorragende Bühnenpräsenz, die diese Darstellung des Fähnrichs zu einem Höhepunkt des Abends werden ließ. Das Opernglas 7/8-2006